Untersuchungsmethoden beim Mann

- Spermiogramm-Untersuchung und Untersuchung von Ejakulatkulturen
- Untersuchungen mithilfe des Spermien- Hyaluronan- Bindungstests (Hyaluronan Binding Assay).
- immunologische Untersuchung
- genetische Untersuchung
- urologische Untersuchung, sofern beim Partner eine ernsthaftere Spermiogrammstörung festgestellt wurde.

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Spermiogramm ...

Die grundlegende Fruchtbarkeitsuntersuchung des Mannes. Dabei handelt es sich um eine mikroskopische Spermauntersuchung. Bei der Laboranalyse wird das Sperma im Bezug auf die Spermienqualität und -Quantität untersucht.
Dabei wird namentlich bewertet:

  • die Menge des Ejakulats
  • die Anzahl der Spermien in 1 ml Sperma
  • die Gesamtanzahl der Spermien im Ejakulat
  • Motilität (Spermienbeweglichkeit)
  • die Qualität der Spermienbeweglichkeit
  • prozentueller Anteil der morphologisch normalen Spermien
  • pH-Wert des Ejakulats
  • Sperma-Agglutination – Verklumpung von Spermatozoen durch die Anwesenheit von Antikörpern
  • Viskosität – Zähigkeit bzw. Fließgeschwindigkeit

Die eigentliche Ejakulatgewinnung erfolgt direkt in unserem Zentrum, nach entspr. Absprache kann das Ejakulat auch von zu Hause mitgebracht werden, aber das Ejakulat muss in einer körpertemperaturnahen Temperatur (zwischen 20 bis 37°C) und binnen kürzester Zeit (binnen einer Stunde nach der Abnahme) in die Klinik gebracht werden.

Vor der Ejakulatgewinnung ist es wichtig, dass der Mann 2 bis 7 Tage sexuelle Abstinenz bewahrt (am besten 3-4 Tage), um die bestmögliche Qualität der Spermien zu gewährleisten. Eine kürzere sexuelle Abstinenz hat eine verringerte Spermienanzahl und eine Verringerung des Gesamtvolumens der Samenflüssigkeit zur Folge. Im Falle einer längeren Abstinenz verringert sich wiederum die Motilität (Beweglichkeit) der Spermien.

Die Ergebnisse des Spermiogramms können von einer ganzen Reihe von Faktoren negativ beeinflusst werden – beispielsweise von Stress, psychischen Problemen, der Angst vor negativen Testergebnissen, Rauchen, Obesität, übermäßigem Krafttraining, übermäßigem Alkoholkonsum, fieberhaften Erkrankungen, häufigen Bädern in heißem Wasser oder auch zu warmer und enger Unterwäsche.

Andererseits wird die Einnahme von Zink- und Selen- sowie Vitaminpräparaten, namentlich von Vitamin E und C zur Verbesserung der Spermiogrammergebnisse empfohlen. Des Weiteren empfehlen wir, den Lebensstil zu ändern, Stress zu meiden, Rauchen zu vermeiden/einzuschränken und viel gesunde Bewegung an der frischen Luft.

 

Hyaluronsäurebindungstest (HBA) ...

Hierbei geht es um eine funktionelle Spermienuntersuchung. Diese Technik ermöglicht es, festzustellen, ob die Spermien über ihre natürlichen Fertilisationseigenschaften verfügen. Die reife, befruchtungsfähige Spermie produziert auf ihrer Oberfläche Rezeptoren, die imstande sind, die Eizelle zu erkennen und anschließend in diese einzudringen. Solch eine Spermie mit unbeschädigten Genen bindet sich leichter an einen spezifischen Stoff, der Hyaluronan (Hyaluronsäure) genannt wird. Dank dieses Stoffes lässt sich gut die Eizellenoberfläche simulieren, wodurch sich nahezu genau die Anzahl der reifen und genetisch unbeschädigten Spermien feststellen lässt.

Wenn dann solch eine selektierte Spermie in die Eizelle injiziert wird, besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit ihrer Befruchtung, als bei einer Spermie, die lediglich aufgrund ihrer Wohlgeformtheit und Beweglichkeit selektiert wurde.

Unser Kinderwunschzentrum bietet diesen Test der natürlichen Fertilisationseigenschaften von Spermien direkt als ergänzenden Faktor zur üblichen Ejakulatanalyse an.

Im Falle eines normalen Ergebnisses des HBA-Tests gilt die Spermienfunktion als normal und das Paar hat gute Aussichten auf eine Befruchtung der Oozyten per assistierteReproduktion. Im Falle eines geminderten Ergebnisses empfiehlt sich die Methode PICSI, die die Chancen einer Empfängnis per In-vitro-Fertilisation merklich erhöht und gleichzeitig die Möglichkeit von Schwangerschaftsmisserfolgen (Fehlgeburten) verringert.

Immunologische Untersuchung ...

Die grundlegende Fruchtbarkeitsuntersuchung des Mannes ist das sog. Spermiogramm. So kann bei der Ejakulatuntersuchung die Anwesenheit einer Agglutination – kleiner Verklumpung von Spermatozoen – auf eine immunologische Fertilisationsstörung beim Mann hindeuten.

Mittels immunologischer Methoden kann die Existenz von Antikörpern der Spermatozoen im Ejakulat und im Blut festgestellt werden.

Die immunologische Infertilität beim Mann kann u.a. durch eine Störung der Schutzbarriere verursacht werden, die die Hoden vom Immunsystem trennt. Das ist u.a. die Folge von Unfällen, Entzündungen oder Tumorerkrankungen an den Hoden. Die Zellen des Immunsystems geraten so in Konflikt mit für sie unbekannten Geweben und reagieren auf diese wie auf Fremdgewebe. Infolge dieser Reaktion beginnt das Immunsystem Abwehrstoffe gegen die eigenen Spermien zu produzieren. Diese Antigene verändern die Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie der Spermien und diese sind infolgedessen nicht imstande, den Zervixschleim am Gebärmutterhals zu durchdringen und zur Eizelle zu gelangen und diese zu befruchten.

Mehr unter http://www.genetika-plzen.cz/reproduktions-immunologie

Genetische Untersuchung ...

Fertilitätsstörungen des Mannes können von Erbfehlern verursacht oder zumindest beeinflusst werden. Viele von ihnen lassen sich durch eine genetische Untersuchung feststellen; aufgrund dieser Feststellungen kann die Behandlung der Unfruchtbarkeit dann so weitergeführt werden, dass sich die Erfolgschancen erhöhen und sich gleichzeitig das Risiko der Übertragung von Erbfehlern auf den Nachkommen verringert.

Die genetische Untersuchung stellt eine gewaltige Skala von Untersuchungsmethoden dar, die tagtäglich um die Diagnostizierung weiterer Erbkrankheiten und -störungen anwächst.

Grunduntersuchung bei einer Fertilitätsstörung ist die genetische Konsultation, das sog. Karyotyp – das Erscheinungsbild eines Chromosomensatzes einschl. Chromosomenanzahl und -typ; bei einer Spermiogrammstörung empfehlen wir eine Untersuchung auf das Vorhandensein von Mutationen im CFTR-Gen (zystische Fibrose) sowie die Untersuchung auf Mikrodeletionen des Y-Chromosoms.

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